Es war das heiß erwartete Derby am Untermain – ein Abend voller Emotionen und Ringen auf höchstem Niveau. Am Freitagabend waren die Vikings beim SC Kleinostheim zu Gast – und zeigten gegen den Tabellenführer eine starke Vorstellung, die bis in die letzte Sekunde spannend blieb. Am Ende mussten wir uns hauchdünn mit 11:12 geschlagen geben.
Zum Auftakt brachte Azamat den KSC gleich in Führung. In einem sehr taktischen Kampf sicherte er sich bis 61kg Freistil einen knappen 2:1-Punktsieg gegen den formstarken Niklas Stechele.
Zwischenstand: 1:0
Im Schwergewicht musste sich Shion anschließend dem körperlich enorm starken Franz Richter beugen. Trotz kämpferischem Auftritt unterlag Shion durch zwei Durchdreher in der ersten Runde am Ende klar mit 0:5.
Zwischenstand: 1:2
Doch was danach kam, ließ die Hösbacher Fans wieder jubeln: Papi dominierte seinen Gegner Eliah Lucyga bis 66kg griechisch-römisch nach Belieben. Nach nur gut zwei Minuten stand der Sieg durch technische Überlegenheit fest – vier Mannschaftspunkte für uns und lautstarker Applaus aus der Hösbacher Ecke.
Zwischenstand: 5:2
In der Gewichtsklasse bis 98kg Freistil traf Robin auf den Nationalmannschaftsathleten Joshua Morodion. Nach einem starken Kampf letzte Woche konnte Robin dem starken Morodion an diesem Tag nix entgegensetzen. Immer wieder konterte Morodion stark aus und beherrschte den Kampf körperlich. Am Ende stand ein 0:11 auf der Anzeigetafel.
Zwischenstand: 5:5
Bis 71kg Freistil kam es dann wohl zu einem der besten Freistil-Kämpfe, den die Bundesliga je gesehen hat. Unser amtierender Olympiasieger Kotaro traf auf den ehemaligen Viking und amtierenden Asienmeister Kaisei Tanabe. In einem Duell mit unmenschlicher Geschwindigkeit und auf höchstem Niveau schenkten die Beiden sich nichts. Kotaro ging mit einem 0:2 Rückstand in die Pause, nachdem Tanabe stark zum Takedown angriff. Doch dann legte Kotaro los, blitzschneller Beinangriff und drei Beinschrauben, wodurch er mit 8:2 in Führung ging. In der letzten Minute wurde es dann hitzig, nachdem der Kampfrichter Kotaro in zwei Situationen keine Punkte zusprach, die er jedoch klar initiierte. Diese fehlten am Ende, denn Kotaro gewann „nur“ mit 8:6 und holte so einen Mannschaftspunkt.
Halbzeitstand: 6:5
Nach der Pause kam es zu einer Reihe enger Kämpfe, in denen das Glück leider nicht immer auf unserer Seite stand. Erik lieferte gegen den erfahrenen Pascal Eisele einen starken Kampf, ging nahezu die gesamten Zeit vorwärts. Doch in der zweiten Hälfte sprach der Kampfrichter dem Kleinostheimer die Bodenlage zu, wodurch Erik mit 1:1 aufgrund der letzten Wertung unterlag.
Zwischenstand: 6:6
Michi hingegen behielt bis 75kg Griechisch-Römisch einen kühlen Kopf. Mit cleverer Taktik und Ausdauer drehte er einen Rückstand gegen Artur Tatarinov und gewann hauchdünn mit 3:3.
Zwischenstand: 7:6
Timmy traf bis 80kg Freistil auf Rasul Shapiev. Tim startete gut in den Kampf brachte den Nordmazedonier zu Beginn mit einer 4-er Wertung in die Bredouille. Doch Shapiev spielte dann seine internationale Erfahrung aus, punktete immer wieder mit Takedowns und einen Durchdreher. Beim Stand von 4:8 verwaltete der Kleinostheimer nur noch. Tim marschierte vorwärts, doch der Kampfrichter gab Shapiev keine Passivität mehr, wodurch der Kampf mit 4:8 endete.
Zwischestand: 7:8
Bis 75kg Freistil traf Paul in den Dienst der Mannschaft. Gegen den amtierenden Weltmeister Kota Takahashi hatte er keine Chance und verlor mit 0:16.
Zwischenstand: 7:12
Im letzten Kampf traf amtierender Weltmeister Malkhas auf Umalt Timaev. In einem sehr fragwürdigen Kampf des Kleinostheimers, der zweimal seine Beine in der Bodenlage einsetzte und damit eine Verletzung von Malkhas billigend in Kauf nahm, gewann Malkhas durch Disqualifikation.
Endstand: 8:12
Diese Derby-Niederlage ist natürlich bitter, doch zeigt, was in den Vikings steckt. Gegen den Tabellenführer einen solchen Auftritt zu zeigen und nur durch minimale Nuancen so knapp zu verlieren, lässt hoffen. Doch nun gibt es keine Ausreden mehr, es müssen Punkte her. Nächste Woche treffen wir zuhause auf den Serienmeister SV Wacker Burghausen. Kommt in die Halle und unterstützt die Jungs.
#govikings
