Olympia

Olympischen Spiele 2024 in Paris

Puh, auch wir mussten die Ereignisse von den diesjährigen olympischen Spielen in Paris erstmal verdauen. Aber fangen wir von vorne an: 

Natürlich haben sich die Vikings auch auf Olympia gefreut, denn 4 unserer Athleten schafften es, sich für Olympia zu qualifizieren. Wer die Qualifikationsregeln beim Ringen kennt weiß, dass das schon eine der schwersten Hürden ist.

Von den Vikings machten sich also David Losonczi (Ungarn, 87kg griechisch-römisch), Malkhas Amoyan (Armenien, 77kg griechisch-römisch), Javrail Shapiev (Usbekistan, 86kg freistil) und Kotaro Kiyooka (Japan, 65kg Freistil) auf die Reise nach Paris.

Zuerst zu einem bekannten Gesicht in Hösbach: Malkhas Amoyan. Malkhas gehörte, zusammen mit Artur Aleksanyan, zu den großen Hoffnungen auf eine Gold-Medaille unter den armenischen Ringern. Und so startete er auch ins Turnier! Malkhas ging bis 77 Kilogramm griechisch-römisch für Armenien an den Start und besiegte zum Auftakt   den Finnen Jonni Sarkinen souverän mit 8:0. Im Viertelfinale traf er dann auf den starken Iraner Amin Kaviyaninejad. Auch hier gab Malkhas, in einem sehr taktisch geführten Kampf, keine technische Wertung ab und gewann am Ende mit 3:0. Halbfinale! Dort wartete dann der Japaner Nao Kusaka, der auch als heißer Favorit in dieser Gewichtsklasse galt. Bereits 2022 bei der U23-WM traf Malkhas auf Kusaka. Dort konnte Malkhas mit einer starken Leistung 9:5 gewinnen. In einem absolut ausgeglichenen Kampf schenkten sich die beiden nix. Am Ende statt eine knappe 3:1 Niederlage auf dem Papier und der Japaner zog ins Finale ein. Das war natürlich eine sehr bittere Niederlage für Malkhas, doch er musste sich gleich auf den nächsten Tag fokussieren, denn dort stand das kleine Finale um die Bronzemedaille an. Dort traf er auf den Usbeken Aram Vardanyan, der sich souverän über die Hoffnungsrunde für das kleine Finale qualifizieren konnte. Malkhas ging voll konzentriert auf die Matte und hatte nur eins im Auge: die Bronzemedaille! Im Kampf ging es hin und her und es fielen viele technische Wertungen. Am Ende stand aber unser Malkhas jubeln auf der Matte. Bronze! Wir gratulieren Malkhas zum 3. Platz bei Olympia, was eine Leistung!

Machen wir weiter mit einem Sportler, der zwar, noch, unbekannt in Hösbach ist, aber schon länger ein Teil unseres Bundesliga-Kaders ist: David Losonczi! Auch David war heißer Kandidat auf eine Medaille, nachdem er sich letztes Jahr die Goldmedaille auf der Weltmeisterschaft sicherte. David ging bis 87 Kilogramm griechisch-römisch für Ungarn an den Start und traf gleich im ersten Kampf auf den starken Afghanen Huseynov, den er jedoch sicher mit 5:2 besiegte. Im Viertelfinale wartete dann ein Brocken auf David. Titelfavorit und Kleinostheimer Neuzugang Aleksandr Komarov. Der Kampf war absolut ausgeglichen und der Ausgang war nicht vorherzusehen. Am Ende gewann er knapp mit 2:2 und machte den Halbfinaleinzug klar. Dort traf er dann auf den ebenfalls starken Bulgaren Semen Novikov. Auch Novikov war unter den Favoriten auf die Goldmedaille und dementsprechend eng gestaltete sich auch der Kampf. Am Ende unterlag David knapp mit 1:3. Die Enttäuschung war natürlich groß, doch auch David musste sich gleich fassen und für den nächsten Tag vorbereiten, denn dort stand das kleine Finale an. Hier wartete kein geringerer als Turpal Bisultanov, ein bekannter Name aus der Bundesliga. Turpal geht für den ehemaligen Erstligisten RV Lübtheen auf die Matte und räumte in der Bundesliga so ziemlich jeden aus dem Weg, der ihm in die Quere kam. Auch dieser Kampf war unglaublich eng, die beiden schenkten sich nichts! Am Ende verlor David knapp mit 1:2. Kopf hoch David, die nächste Chance auf eine Olympiamedaille wartet auf dich in LA 2028.

Nun zu einem ebenfalls, noch, unbekannten Gesicht in Hösbach: Javrail Shapiev! Javrail ging bis 86 Kilogramm Freistil für Usbekistan an den Start. Die Gewichtsklasse war, wie alle anderen bei Olympia auch, sehr stark besetzt. Im ersten Kampf traf Javrail auf den Georgier Gamkrelidze. Hier hatte Javrail alles im Griff und gewann den Kampf souverän mit 5:1. Im Viertelfinale wartete dann der Kleinostheimer Ramazanov. Auch hier war Javrail gut im Kampf, jedoch zog Ramazanov einen astreinen Kopfhüftschwung und schulterte Javrail. Leider verletzte sich Javrail bei dieser Aktion an der Rippe und konnte in den folgenden Kämpfen nicht mehr seine volle Leistung abrufen. Das Turnier war für Javrail jedoch noch nicht beendet. Da Ramazanov ins Finale einzog, was er später auch gewann, zog Javrail noch in die Hoffnungsrunde ein. Dort traf er auf den Kanadier Moore, den er trotz Verletzung klar mit 6:1 besiegte und sich so noch eine Chance auf die Bronze-Medaille sicherte. Im Kampf um Bronze wartete dann der starke Amerikaner Brooks. Im Kampf hat sich dann die Verletzung von Javrail bemerkbar und er verlor deutlich mit 0:5. Auch hier, Glückwunsch zu einem starken 5. Platz, Javrail!

Last but not least: Unser Neuzugang Kotaro Kiyooka! Wahrscheinlich haben es schon alle mitbekommen, wie dieser Junge die Ringerwelt verzaubert hat. Aber fangen wir von vorne an. Kotaro ging bis 65 Kilogramm für Freistil an den Start. Im ersten Kampf traf er auf den Moldawen Maxim Sacultan. Hier setzte Kotaro ein erstes Ausrufezeichen und fegte Sacultan mit 10:0 noch in der ersten Halbzeit von der Matte. Im Viertelfinale wartete dann der 2. Weltmeister von diesem Jahr, Sebastian Rivera, der für Kuba an der Start ging. Der Kampf war ein absolutes Offensivfeuerwerk und für alle Zuschauer ein Spektakel. Am Ende gewann Kiyooka knapp mit 8:6 und machte das Halbfinale klar. Dort hieß der Gegner dann Tulga Ochir, der für die Mongolei an den Start ging. Es war ein enger Kampf, aber Kotaro hatte immer die Kontrolle und machte am Ende den Finaleinzug mit einem 5:1 Sieg perfekt. So war schonmal die Silbermedaille sicher, doch wer ins Finale kommt, will natürlich auch die Goldmedaille. Doch im Finale wartete der Iraner Amouzadkhalili, der im gesamten Turnier vorher keine eine technische Wertung abgab. Im Viertelfinale zerstöre er den Europameister Dudaev mit 11:0 und im Halbfinale ließ er den Weltmeister Muszukajev alt aussehen und gewann mit 10:0. Demnach war der Iraner in der Ringerwelt der klare Favorit. Doch sobald der Kampf losging sahen die Menschen, dass Kotaro absolut wach und fokussiert war. Und dann war Kotaro-Time! Er zog einen seiner blitzschnellen Angriffe durch und setzte zur Beinschraube an, und wie! Er erarbeitete sich einen soliden Vorsprung und musste seine Führung eigentlich nur verteidigen, was sich gegen solch einen Gegner natürlich einfacher anhört als es ist. Doch Kotaro machte den perfekten Kampf und gewann am Ende mit 10:3. Olympiasieger! Die Sensation war perfekt. Die Halle stand Kopf und jubelte Kotaro zu, wahsinn! Die Begeisterung, auch in Hösbach, war riesig. Es ist der absolute Wahnsinn, solch einen Ringer bei uns zu haben. Seine Ringweise ist unnachahmlich und beeindruckte die ganze Ringerwelt. Freut euch also auf feinstes Freistil-Ringen in Hösbach, es ist ein absolutes Privileg solch einen Athleten bei uns zu haben. Glückwunsch zu Gold, Kotaro! 

Alles in Allem also eine gute Olympiade für unsere Jungs, auch wenn sich manche wahrscheinlich mehr erhofft haben. Sie können definitiv alle stolz auf sich sein!