Vor dem dritten Kampftag hatten wir es angekündigt: Platz 9 gegen Platz 10, beide 2:2 – ein direktes Duell um die Playoff-Zone. Und unsere Vikings haben es zu einem Statement gemacht. In der AC Sporthalle am Stadion gewannen wir beim AC Lichtenfels deutlich mit 22:7 und nehmen die nächsten beiden Punkte mit nach Hösbach. Sieben Einzelsiege, darunter zwei technische Überlegenheiten, und zum Schluss eine Serie von fünf gewonnenen Kämpfen in Folge – dazu 70 mitgereiste Vikings-Fans, die bei guter Stimmung unter den 220 Zuschauern für ordentlich Heimspiel-Gefühl in Oberfranken sorgten. Der volle Fanbus hat sich mehr als gelohnt.
61 kg Freistil: Daulet Temirzhanov – Almaz Smanbekov
Der Auftakt hatte es in sich: Daulet lieferte sich mit Almaz Smanbekov einen engen Schlagabtausch, in dem der Lichtenfelser zwischenzeitlich mit 6:3 vorne lag. Dann verletzte sich Smanbekov bei einer Beinschraube und musste aufgeben – Aufgabesieg für Daulet, der damit auch seinen dritten Kampf im dritten Einsatz gewinnt. Von dieser Stelle gute Besserung an Almaz Smanbekov!
Zwischenstand: 4:0 für die Vikings.
130 kg griechisch-römisch: Anton Vieweg – Giorgi Melia
Im Schwergewicht kam es zum erwarteten Kracher: Mit Giorgi Melia stand der frühere Junioren-Weltmeister, WM-Halbfinalist von 2019 und Tokio-Olympiaqualifikant Georgiens auf der Matte. Anton dominierte den Standkampf, musste aber in beiden Bodenlagen jeweils eine Rolle abgeben – am Ende eine 1:5-Punktniederlage. Die ist klar zu benennen, aber nach Eduard Popp war das bereits der zweite Weltklassemann, gegen den Anton in dieser Saison bis zum Schluss im Stand auf Augenhöhe agiert hat.
Zwischenstand: 4:2.
66 kg griechisch-römisch: Abdolmohammad Papi – Ilir Sefaj
Papi wartete nach dem kampflosen Sieg gegen Heusweiler auf seinen ersten echten Auftritt – und was für einer das wurde: Gegen Ilir Sefaj ließ er von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, punktete durch und machte den Kampf beim 20:5 vorzeitig durch technische Überlegenheit zu. Vier Mannschaftspunkte, Ansage gemacht.
Zwischenstand: 8:2.
98 kg Freistil: Robin Ferdinand – Ibrahim Ciftci
Härter kann ein Los kaum sein: Ibrahim Ciftci rang bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris und holte 2023 und 2024 jeweils EM-Bronze mit 97 kg Freistil für die Türkei, dazu war er 2019 U23-Europameister. Gegen dieses Kaliber war Robin beim 0:13 klar unterlegen – aber er brachte den Kampf über die volle Zeit und verhinderte die vorzeitige Niederlage. So gab es nur drei statt vier Mannschaftspunkte für Lichtenfels, was an einem knappen Abend Gold wert sein kann.
Zwischenstand: 8:5.
71 kg Freistil: Niklas Dorn – Ahmed Duman
Niklas lieferte gegen Ahmed Duman einen intensiven Kampf, in dem lange wenig zwischen den beiden lag – am Ende stand trotzdem eine 0:7-Punktniederlage, weil Niklas keine eigene Wertung setzen konnte. Damit war Lichtenfels beim 8:7 plötzlich wieder dran.
Zwischenstand: 8:7.
86 kg griechisch-römisch: Erik Löser – Anthony Sanders
Der Sieg zum richtigen Zeitpunkt: In einem knappen, intensiven Duell behielt Erik gegen Anthony Sanders mit 3:1 die Oberhand und stoppte die Lichtenfelser Aufholjagd. Nur ein Mannschaftspunkt – aber ein enorm wichtiger, denn ab hier drehten die Vikings auf.
Zwischenstand: 9:7.
75 kg griechisch-römisch: Gevorg Sahakyan – Erik Wagner
Gevorg zeigte gegen das Lichtenfelser Eigengewächs Erik Wagner seinen bislang besten Saisonauftritt: Er dominierte von der ersten Sekunde an, warf sehenswert und gewann hochverdient mit 14:0. Drei Mannschaftspunkte und der erste Schritt zur Vorentscheidung.
Zwischenstand: 12:7.
75 kg Freistil: Tim Müller – Vadim Sacultan
Und dann war er da, Tims Moment: Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart ließ er gegen Vadim Sacultan nichts anbrennen, dominierte den Kampf mit brutalen Beinangriffen und holte sich mit dem 10:0 seinen ersten Saisonsieg. Drei Mannschaftspunkte – und die Gewissheit, dass sich die Arbeit auszahlt.
Zwischenstand: 15:7.
80 kg Freistil: Nikita Suchkov – Daniel Sartakov
Nikita bleibt eine Macht: Gegen Daniel Sartakov punktete er pausenlos und beendete den Kampf beim 17:2 vorzeitig durch technische Überlegenheit. Drei Einsätze, drei Siege – auf unseren Mann bis 80 kg Freistil ist in dieser Saison einfach Verlass.
Zwischenstand: 19:7.
80 kg griechisch-römisch: Michi Widmayer – Raphael Titze
Den Schlusspunkt setzte – wie schon beim Heimsieg gegen Heusweiler – Michi: Im Stand zermürbte er Raphael Titze Wertung um Wertung und siegte am Ende klar mit 11:0. Drei Mannschaftspunkte zum Abschluss, zwei Einsätze, zwei dominante Siege – unser Schlussmann liefert.
Endstand: AC Lichtenfels – KSC Hösbach 7:22.
Fazit
22:7 beim direkten Tabellennachbarn – deutlicher hätte die Antwort im Rennen um die Playoff-Plätze kaum ausfallen können. Beim Stand von 8:7 war der Kampf noch völlig offen, dann gewannen die Vikings die letzten fünf Duelle allesamt: Erik, Gevorg, Tim, Nikita und Michi ließen den Eagles keine Chance mehr. Dazu zwei ehrliche Niederlagen gegen absolute Weltklasse in Melia und Ciftci, bei denen Anton und Robin alles reingeworfen haben. Und das Beste: 70 Vikings-Fans haben diese Auswärtsfahrt zu einem besonderen Abend gemacht. Danke, dass ihr den Weg nach Oberfranken auf euch genommen habt – mit euch im Rücken ringt es sich einfach besser.
