Am vergangenen Samstag, den 11.01., stand der Halbfinal-Rückkampf gegen den SC Siegfried Kleinostheim an. Nach der Hinkampf-Niederlage, die leider höher als geplant ausfiel, war alles perfekt für eine historische Aufholjagd. Bereits beim Wiegen stießen unsere Sportler auf eine „Wand“ aus KSC-Fans im Auswärtsblock, die den Kampf stimmumgsmäßig wieder zu einem Heimkampf machten. Rund 3500 Zuschauer in der Linde MH Arena sahen packende Kämpfe.
Den Start in den Kampfabend machte Nikolai bis 61 Kilogramm griechisch-römisch. Er traf auf den, eigentlich im Freistil beheimateten, Allgäuer Niklas Stechele. Dieser überzeugte jedoch vorletzte Saison in der „fremden“ Stilart schon mit guten Ergebnissen. Nikolai startete gut in den Kampf und war klar der aktivere Ringer. Auf einen Push-Out folgte die erste Bodenlage. Hier setzte er zum Ausheber an, doch der Kleinostheimer verteidigte überraschend stark und gab keine Wertung ab. Auch zu Beginn von Halbzeit zwei war Nikolai deutlich aktiver im Stand und konnte schnell die Bodenlage erzwingen. Doch auch hier gelang ihm keine Aktion und dementsprechend keine weiteren Punkte. Zwar wurde Stechele noch eine Bodenlage zugesprochen, doch dafür bekam er keinen Punkt und der Kleinostheimer konnte Nikolai keine Punkte abnehmen. So gewann Nikolai knapp mit 3:0 und holte die ersten zwei Mannschaftspunkte für die Vikings.
Zwischenstand: 2:0
Im Schwergewicht traf Robin bis 130 Kilogramm Freistil auf den Bahrainer und gebürtigen Russen Shamil Sharipov. Robin rang in der ersten Hälfte im Stand stark mit und gab lediglich drei Punkte durch einen Takedown und eine Aktivitätszeit ab. Doch in Halbzeit zwei zeigte sich dann die internationale Klasse des Bahrainers, der vergangenes Jahr die Bronzemedaille auf den Asienmeisterschaften holte. Er holte sich einige Takedowns und führte bis kurz vor Schluss mit 12:0. Dann fasste sich Robin nochmal ein Herz und griff stark an. Mit einem Takedown wenige Sekunden vor Schluss hielt Robin die Niederlage in Grenzen und unterlag mit 2:12.
Zwischenstand: 2:3
Bis 66 Kilogramm Freistil bekam es Niklas mit keinem geringeren als, Weltmeister von 2022, Zelimkhan Abakarov zu tun. Niklas war zu Beginn eigentlich der aktivere Ringer, doch bekam vom Kampfrichtergespann um Andre Schedler, Ralf Schneider und Antonio Silvestri eine Aktivitätszeit zugesprochen. Dort brachte er keinen Angriff durch. Durch einen erfolgreichen Angriff und den drauffolgenden Takedown des Kleinostheimers ging Niklas mit einem 0:3 Rückstand in die Pause. Auch in Halbzeit zwei rang er gut mit, doch hier war Abakarov dann aktiver. In Niklas‘ Aktivitätszeit holte sich der Kleinostheimer selbst noch eine 2-er Wertung. Danach verteidigte Niklas alle Angriffsversuche von Abakarov, der natürlich die drei Mannschaftspunkte holen wollte, stark. So endete der Kampf mit 0:6.
Zwischenstand: 2:5
Im Limit bis 98 Kilogramm griechisch-römisch kam es zu einem Rematch aus der Hauptrunde, wo Anton auf den Kleinostheimer Teamkapitän Pascal Eisele traf. Anton marschierte ab Sekunden eins nach vorne und konnte schnell die Bodenlage erzwingen. Hier probierte er alles, Durchdreher, Heber, doch Eisele verteidigte stark und Anton konnte keine Wertung erzielen. Auch nach der Bodenlage und zu Beginn von Halbzeit zwei gab Anton den Ton an. In der Bodenlage setzte er zum Ausheber an, und das erfolgreich! Er hob Eisele sensationell aus, doch statt den eigentlich verdienten fünf Punkten, gaben die Kampfrichter nur eine 4-er Wertung. Auch danach war Anton klar aktiver, doch die Kampfrichter schickten ihn unerklärlicherweise nochmal in den Boden. Doch hier verteidigte Anton souverän und gab keine Wertung ab, sodass es beim Stand von 6:0 blieb und Anton den Kampf souverän gewann.
Zwischenstand: 4:5
Bis 71 Kilogramm griechisch-römisch traf Nils im letzten Kampf vor der Halbzeit auf den Kroaten Dominik Etlinger. Schnell konnte der international erfahrene Mann der Kleinostheimer die Bodenlage erzwingen. Hier drehte er Nils einige Male durch, sodass Nils technisch-überlegen unterlag.
Zwischenstand: 4:9
Nach der Pause bekam es Nikita bis 86 Kilogramm Freistil mit dem formstarken Joshua Morodion zu tun. Der amtierende deutsche Meister überraschte Nikita früh im Kampf mit zwei Beinangriffen, auf die jeweils ein Takedown folgte. Dann wurde Nikita aktiver und konnte mit einem schnellen Beinangriff kurz vor Ende der ersten Hälfte auf 2:4 verkürzen. Auch nach der Halbzeit war er der aktivere Ringer und konnte sich die Führung mit zwei weiteren 2er-Wertungen sichern. Kurz vor Schluss griff Nikita dann nochmal an. Er kam an das Bein von Morodion, der jedoch stark verteidigte und sich ebenso das Bein von Nikita schnappte. Dann kippte Nikita den Kleinostheimer ein, hier sahen die Kampfrichter jedoch keine Wertung. Das challengte die Hösbacher Trainerecke in der Hoffnung, vielleicht doch die Wertung zu bekommen und somit zwei Mannschaftspunkte zu holen. Doch die Kampfrichter blieben bei ihrer Entscheidung, Morodion bekam noch einen Punkt für die verlorene Challenge und der Kampf endete mit einem knappen 6:5 für Nikita.
Zwischenstand: 5:9
Bis 75 Kilogramm Freistil kam es zu einem weiteren Rematch zwischen Tim und Rasul Shapiev. Tim startete eigentlich, obwohl er die ganze Woche mit einer Erkältung zu kämpfen hatte, gut in den Kampf, doch nach circa zwei Minuten sprachen die Kampfrichten ihm eine Aktivitätszeit aus. In dieser konnte er leider nicht punkten, wodurch der Kleinostheimer mit 1:0 in Führung ging. Kurz danach griff der Nordmazedonier dann an. In einer unübersichtlichen Situation sprachen die Kampfrichter zwei 2er-Wertungen für Shapiev aus. Damit war die Kleinostheimer Ecke nicht einverstanden und schmiss den Challenge-Würfel. Nach kurzer Beratung sprachen der Mattenpräsident Antonio Silvestri das Ergebnis aus: vier 2er-Wertungen für Shapiev. So ging Tim mit einem 0:9 Rückstand in die Pause. Auch in Halbzeit zwei bestraften die Kampfrichter Tim mit einer Aktivitätszeit, in der er kein Angriff durchbrachte. Rund eine Minute Schluss griff Tim nochmal an, diesmal erfolgreich. Mit einem starken Doppelbeinangriff holte er sich zwei Punkte. Danach gab er nochmal alles, um noch Punkte zu holen, nur zwei Mannschaftspunkte abzugeben und damit die Chancen auf das Finale zu wahren. Doch Shapiev verteidigte alle Aktionen, sodass Tim mit 2:10 unterlag.
Zwischenstand: 5:12
Malkhas traf bis 80 Kilogramm griechisch-römisch auf Karan Mosebach. Malkhas legte los wie die Feuerwehr und ließ dem Kleinostheimer keine Chance auch nur ansatzweise mitzuringen. Schnell sprachen die Kampfrichter die erste Bodenlage aus. Gefolgt von einem spektakulären Ausheber beförderte er Mosebach in die gefährliche Lage und der Kampfrichter klopfte ab.
Zwischenstand: 9:12
Shant war der nächste Armenier in der Hösbacher Aufstellung. Er trat bis 75 Kilogramm griechisch-römisch gegen den Nachwuchsmann Alex Brjuchovic an. Nach circa 30 Sekunden warf Shant den Kleinostheimer mit einem Kopfzug auf die Bretter.
Zwischenstand: 13:12
Im letzten Kampf des Abends traf Kubilay bis 80 Kilogramm Freistil auf Vadim Sacultan. Gleich nach einer halben Minute musste sich Kubilay einem Beinangriff von dem Kleinostheimer geschlagen geben und den Takedown hinnehmen. Dann war Kubilay aktiver und kam immer wieder mit Angriffen an das Bein von Sacultan, der aber immer wieder stark ausrang und keine Wertungen abgab. In der zweiten Halbzeit wurde Kubi dann für seine Angriffe belohnt und die Kampfrichter sprachen dem Kleinostheimer eine Aktivitätszeit aus. Kurz vor Ende gab Kubi dann unglücklicherweise eine weitere 2er-Wertung ab, sodass er keinen Punkt bekam. Auch in der restlichen Zeit gelang ihm keine Wertung mehr, sodass er mit 0:4 das Nachsehen hatte.
Endstand: 13:14
Das war es also mit dieser Saison, die Vikings scheiden im Halbfinale aus. Zwar haben wir sportlich verloren, aber in so vielen Dingen gewonnen. Vielen Dank an Alle, die Teil dieser Saison waren! Egal ob Sportler, die mit der ungeschlagenen Hauptrunde Geschichte und zwei Derbysiegen in der Hauptrunde geschrieben haben. Ob Verantwortliche, die unzählige Stunden in das Wohl des Vereins steckten. Oder ob Helfer, auf die Woche für Woche Verlass war und die den größten Kampf der Vereinsgeschichte in der Elsenfelder Untermainhalle zu einem sensationellen Event gemacht haben. Alle haben Anteil daran. Jetzt heißt es ausruhen, Kräfte sammeln und nächstes Jahr greifen wir wieder an. Vikings für immer!
#wewillattack
